Ewiges Spiel in Herzberg 1980

Ein bisschen Nostalgie gefällig? Der Drachenkrieg, um den es vornehmlich im folgenden Bericht geht, beginnt im Kentaurenmond 13 nach der Finsternis (ndF) und endet im Greifenmond des Jahres 14 ndF. Gespielt wurde diese Episode beim Ewigen Spiel auf dem Fest der Fantasie 1980 in Herzberg. Den Bericht zum Fest der Fantasie 1980 finden Schaulustige hier: Fest der Fantasie 1980.

Meine Erinnerungen daran sind, ganz ehrlich, sehr verwaschen – ich hatte mich, bis ich den folgenden Spielbericht aus meiner Feder wiedergefunden haben, gar nicht mehr daran erinnern können.

Ursprünglich erschien der Spielbericht in den Schlangenschriften 9 im Jahr 1980. Ich ziehe ihn aus einer PDF heraus und übertrage sie hierher. Zwischendrin muss ich die Konvertierung überarbeiten, denn fehlerlos funktioniert die nicht. Gut möglich also, dass sich ein paar Fehler drin finden (inhaltlich habe ich natürlich überhaupt nichts geändert!)

Warum nur dieser Spielbericht, warum nicht die komplette Ausgabe? Weil ich nur die Schlangenschriften, die unter meiner Federführung erschienen sind, mit recht ruhigem Gewissen hier veröffentlichen kann. Ich lasse das als Begründung so stehen …

Im Nachhinein liest sich der Spielbericht so, als ob ich Albion damals in Schutt und Asche gelegt hätte. Dabei stand mir, wie ich in der FollowPedia lese, Myrrddhin MacBeorn von den Bären zur Seite. Aber es ging hoch her, das ist mal sicher. Edbald Jarkhan war dabei, Lantagor und der Jand, Amurél Dratar und einige andere …

Auf FollowPedia finde ich auch unter dem Stichwort »Drachenkrieg« eine Karte der Alten Welt, auf der die Bewegungen zu erkennen sind – da waren wirklich einige Schiffe unterwegs …

Obwohl er vermutlich nicht amused war, hat Lord Elrod danach noch mit mir gesprochen. Wie das Gespräch ablief?

Ich erinnere mich nicht. Vielleicht ist das auch besser so. 😉

 


Bericht vom Ewigen Spiel 1980

Fest der Fantasie in Herzberg

Miterlebt und aufgezeichnet von Toissech Amhairgin

Nicht nur in Erainn weiß man meine Fähigkeiten als Befehlshaber beliebig großer Heere zu schätzen – nein, selbst unser angesehener Nachbar Albion fragt mich nun bereits nach Rat und erhält meine Hilfe. Lord Elrod McBeorn wollte während seines länger andauernden (und wohlverdienten) Urlaubes auf den Vulkaninseln seine tüchtigen Krieger nicht ohne Aufsicht lassen, wenn er auch keinerlei ernsthafte Schwierigkeiten mit anderen, aufmüpfigen Herrschern fürchtete. So fuhr denn Lord Elrod samt seiner Urlaubsgaleere gen Süden — und mir sollte der Ärger bleiben: zwischen Albion und Erainn hin- und herzusegeln, um meine Befehle an den Mann zu bringen. Zum Glück sind die erainnischen Segler geschwind, so daß es hierbei nur zu unbedeutenden Schwierigkeiten kam.

Kaum hatte Lord Elrod Albions Gestaden seinen felligen Rücken gekehrt, als einige walische Badewannen (recht geschickt als Langschiffe getarnt, für mich jedoch unverkennbar aus wolsischen Badehäusern gestohlene Badefässer und daher an sich harmlos) ins Hymir eindrangen, Edbald Jarkhan feuerte seine Leute mit dem hübschen Wörtchen »Krieg« (3 mal) an, forderte noch freie Durchfahrt — und ließ sich erst vor den Toren der ehemals ranabarischen Stadt Schikara aufhalten. Dort blieb er geraume Zeit (nach einem belanglosen Geplänkel, das den Albioni einige Schiffe und beiden Gegnern Krieger kostete).

Derweil marschierten Lugarer am Perdowg-See auf; gegen Ranabar, wie unschwer zu erkennen war. Und Tir Thuatha rüstete Schiffe aus, die die Schiffahrtsroute nach Ranabar erproben sollten. Gerüchte drangen aus dem Süden – finstere Horden sollten aus dem Dunkel aufgetaucht sein (ein Gerücht, das sich bereits jahrelang an den Herrscherhöfen hält), noch dazu ein Khadir (oder ähnliches), der einen unverständlichen Glauben verbreiten will. Arangha Aroa und Wolsan suchte der Reiter der Finsternis heim. Und sonst verhielt es sich noch ruhig.

Ich konnte derweil mein Können den Wali demonstrieren: von Beornanburgh aus munterte ich die Besatzung der Stadt Schikara auf, versprach ihnen dies und das – und bedauerte es zutiefst, als die letzte Bogenmannschaft ihr Leben ließ (nachdem sie diverse Pechgüsse, Lähmungen und darauffolgende Angriffe zahlreicher Helden und Recken überstanden hatte). Indes, die albionische Flotte sperrte noch immer den Hymir.

Monate waren vergangen, eine neue Rüstperiode versorgte die Heere mit dem bitter benötigten Nachschub. Dies war auch der Beginn des Angriffs auf Ranabar. Thuathische und lugarische Schiffe belebten das eh schmale Hymir, die Wali kreuzten immer noch, einige Schiffe der Finsterlinge begehrten Durchlaß ins Hymir (wurde aus taktischen Erwägungen gewährt) — und die Albioni sperrten noch immer die Meerenge von Kreos. Es spielte sich ab, nicht nur im Hymir, sondern auch in der Nähe der Vulkaninseln.

 

Um Lord Elrod nicht aus seinen Urlaubsträumen zu reißen, trat ich in dessen Abwesenheit diese unfruchtbaren (um nicht zu sagen »wertlosen«) Inseln an den Kaiser von Wolsan und den Khadir von Esran ab. Dafür versprachen sie lächelnd, Albion nicht anzugreifen. Was wünscht Ihr mehr, edler Lord Elrod? Daß man Euch gleich darauf des Landes verwies und Ihr Euren Urlaub auf Pfrtlpmpf abbrechen mußtet — naja, nehmt es nicht tragisch. Stattdessen biete ich Euch dafür einen Monat in Cuanscadan an – es wird Euch gefallen (ich werde Euch, Lord Elrod, persönlich durch die cuanscadanischen Heringslagerhallen führen – äh – lassen).

Das Gros der Finsterlingsflotte ruderte rechts an Wolsan vorbei nach Norden, um – wie unschwer zu erraten war – das Reich der Toku zu verfinstern. Und auch der Khadir blieb nicht untätig. Galeeren des Löwen wurden (nach einem vorbildlichen Vertragsbruch!) gekapert und versenkt, und die Kolonien desselben auf Hondanan von den Heeren des Gottesanbeters angegriffen. Der wolsische Kaiser sah den Vorgängen scheinbar (?) gelassen zu, während der Bund der Sonne (vom wolsischen Kaiser vertreten — ähem — ) sich nicht so ganz schlüssig schien, ob der Khadir nun anzugreifen war oder doch nicht.

Währenddessen durfte ich wieder mal in die Hände spucken: Der Wolf trat den Küstenstreifen, der Schikara umgab, an Lugaristan ab; die ehemals albionische Stadt war somit nicht mehr zurückzuerobern. Dafür streckte der Wolf seine gierigen Lefzen nach Haelgarde aus – was ihn eine komplette Schiffsflotte samt Besatzung und Ausrüstung kostete (durch gekonnten Onagerbeschuß). Dies rächten die Wölfe durch einen abscheulichen, hinterhältigen Überfall auf ein friedlich bei Haelgarde campierendes Heer. Darob verdüsterte sich der Himmel über Albion derart, daß man in Beornanburgh fast froh war, als über dessen Mauern ein heftiger Hagelsturm dahinbrauste. Und entsetzt über ihre eigenen kaltblütigen Morde zogen sich die Wölfe mit ihren wenigen Schiffen zurück, um der Dinge zu harren, die nun auf sie zukommen werden,

Von den anderen Kampfschauplätzen gibt es nicht allzuviel mehr zu sagen. Die Finsterlinge landeten im Reich der Toku, haben außerdem durch massive Verhandlungen jeweils eine Stadt den Thuatha und den Lugarern abgehandelt, Thuatha und Lugarer ihrerseits belagern die ranabarische Stadt Naibutt, nachdem sie Lakka nach harten Kämpfen genommen hatten. Der Khadir beschäftigt sich mit dem Löwen (und den Sonnenkriegern 2). Die erainnischen Heere führten meine taktischen Anweisungen aus (so sorgte der Reiter der Finsternis nicht nur vor den Toren Areinnalls für einige Abwechslung) — und der wolsische Kaiser lächelt.

Ich indes schiffe mich nach Cuanscadan ein, da Lord Elrod McBeorns Rückkehr bevorsteht (und vielleicht sollte ich ihm doch ein wenig aus dem Wege gehen — bei seinem Leibesumfang). Und es gibt auch für mich Wichtigeres als Kriege zu führen. Nicht zuletzt steht das cuanscadanische Fest des Bieres vor der Tür — ohne meine Anwesenheit eine traurige Sache.

Für alles, was gut trinkt!

Amhairgin